Pangäa verdanken wir viel. Unsere Kohle stammt von Wäldern Pangäas, unser Gas und Öl von dem Mittelmeer Pangäas, der Thetys, unser Salz und Baustoffe für viele historische Gebäude dem austrocknenden Zechsteinmeer. Pangäa war der Urkontinent, aus dem sich in über 200 Millionen Jahren schließlich die heutigen Kontinente entwickelten. Pangäa war der Startpunkt für die Kontinentalverschiebungstheorie Alfred Wegeners. Es gab auch mal Konkurrenz. Für die Theorie und für den Kontinent. Mu und Lemuria waren wie Atlantis erdachte Kontinente, die Brennstoff für den größten Stuß auf dieser Erde boten. Noch heute leben Esoteriker und Anthroposophen von dem, was da seit dem 19. Jahrhundert so nach und nach über untergegangene Kontinente und frühere Menschengeschlechter zusammengesponnen wurde. Die Kontinentalverschiebungstheorie hingegen hat sich mit einigen Jahrzehnten Verzögerung gegen Thesen über untergegangene Landbrücken und das Zusammenziehen der erkaltenden Erde durchgesetzt. Das alles ist viel Stoff, der in dem Buch "Superkontinent" von Ted Nield sehr unterhaltsam verarbeitet wurde. Schauen wir mal hinein.
Mittwoch, 27. Juli 2011
Donnerstag, 23. Juni 2011
Wutbürger
Üblicherweise lösen erwachsene Menschen Konflikte auf, indem sie darüber reden. Sie sammeln die Fakten, decken auf, wo diese fehlen, und stellen fest, wie weit Einigkeit erzielt werden kann. Viele Menschen sind in diesem Sinne nicht erwachsen. Da wird dann lieber gestritten, auf Basis von Vorurteilen geredet und ausgeschlossen, an der eigenen Position Abstriche zu machen. Der Wutbürger, der sich so kindisch gebärdet, ist immer mehr in Mode. Er steht in Athen und trägt einen Galgen, an dem die Politiker hängen sollen, die an allem schuld seien. Er steht in Stuttgart, und mobt auf der Straße erfolgreich gegen ein abgeschlossenes Planfeststellungsverfahren. Er marschiert in den USA als Tea Party-Bewegung, und fordert, dem eigenen Staat den Geldhahn abzudrehen, ganz im Sinne der Milliardäre wie den Koch-Brüdern, die diese Bewegung mit initiiert und finanziert haben und vermutlich zum eigenen Schaden vieler Tea-Party-Bewegten. Um zornig zu sein, braucht man kein Hirn. Wutbürger sind auch ein wachsendes Problem für die Klimaforschung. Die gleichen Medien, die jeden Blogger-Pups zum IPCC-Skandal stilisieren, schauen hier aber beharrlich weg. In Australien hingegen schaut man hin. Ein Blick ins Ausland.
Labels:
Leugner
Dienstag, 21. Juni 2011
Neuer eingebildeter IPCC-Skandal
In China fallen öfters mal Säcke mit Reis um und in der Blogosphäre findet sich immer wieder mal jemand, der meint, dem IPCC einen Skandal anhängen zu müssen. Diesmal hat Mark Lynas den Wanderpokal. Sein Problem: die Arbeitsgruppe zu Maßnahmen gegen den Klimawandel (WG3) des IPCC hat einen Bericht zu Möglichkeiten herausgegeben, über erneuerbare Energien den Klimawandel zu verlangsamen. Der Bericht liefert auf über 1000 Seiten Informationen zu den verschiedenen alternativen Energien im Vergleich zum heutigen Energieträgermix und mögliche Entwicklungen abhängig von ökonomischen Randbedingungen. Wie schafft man es, da einen Skandal zu finden? Entweder pickt man sich auf den 1544 Seiten irgendeinen nebensächlichen Fehler heraus, den es in so einem langen Bericht unweigerlich geben muß oder man mäkelt an der Vita eines von etwa 120 Autoren herum oder man mißversteht eine Textpassage aus der Zusammenfassung, die aus irgendeinem Grund den Inhalt des Berichts zu verkürzt wiedergibt. Nichts davon macht Mark Lynas, denn es geht noch dümmer.
Sonntag, 5. Juni 2011
Schwefelwasserstoffhölle
Leider war ich von Arbeit und Familie zu sehr eingebunden, um den Blog voranzubringen. Mehrere Beiträge haben es nur in den Entwurfsstatus gebracht, sind in ihm veraltet und schon wieder verworfen. Also mache ich jetzt mal etwas, das ganz bewußt nicht aktuell ist. Ich schaue 251 Millionen Jahre zurück. Damals starben 90% aller Arten im Meer und 70% an Land aus. Das Massensterben an der Grenze zwischen Perm und Trias schuf nicht nur Platz für die Dinosaurier, es ist auch ein Lehrstück für die vielen Zustände, die die Erde im ungünstigen Fall einnehmen könnte.
Labels:
Massensterben,
Paläoklima
Freitag, 8. April 2011
Werden die USA den Klimaschutz endgültig sabotieren?
In den USA fanden in den letzten Tagen die Abstimmungen zu Anträgen der republikanischen Mehrheit statt, daß der amerikanische Umweltbehörde EPA die Kompetenz zur Regulierung von Treibhausgasen entzogen werden soll. Der Antrag im US Senat scheiterte an der erforderlichen Mehrheit von 60 der 100 Sitze. Im Repräsentantenhaus ist der Antrag jedoch durchgekommen. Das hat zwar zunächst keine Auswirkung, denn gegen das Veto des Präsidenten wären hohe Mehrheiten in beiden Häusern erforderlich, um die Umweltbehörde zu kastrieren. Aber in den gleichzeitig laufenden schwierigen Haushaltsverhandlungen wird damit auch Stimmung gemacht, um Ausgaben für den Umweltschutz zu beschneiden und Forschung zu Umweltfragen wie die Klimaforschung zu behindern und zu unterdrücken. Im Rahmen einer der Abstimmungen hat das Repräsentantenhaus sogar mit Mehrheit festgestellt, daß sie recht haben und die Wissenschaft unrecht. Sie haben entschieden, daß der Klimawandel nicht stattfindet und kein Problem darstellt. Die eigene National Academy of Sciences meint exakt das Gegenteil. Wem sollen wir nun glauben? Respektablen Politikern, die Wahlkampfspenden von Koch Industries erhalten und von denen einige auch daran glauben, daß die Erde 6000 Jahre alt ist und die Evolutionstheorie eine wilde Spekulation? Oder einigen zig Tausend dahergelaufenen Wissenschaftlern? Wenn die Kampagne gegen die Wissenschaft in den USA weiter die Mehrheit hinter sich hält, werden die USA dauerhaft an Treibhausgasen ausspucken, was die Wirtschaft hergibt. Der Klimaschutz ist damit weltweit zum Scheitern verurteilt. Die hohen Emissionsszenarien werden sicher eintreten. Aus einem Klimawandel wird eine katastrophale Klimastörung. Ist es wirklich so schlimm?
Labels:
Politik
Sonntag, 3. April 2011
Fukushima, schwarzer Schwan oder fetter Schwanz?
Nachdem ich schon vor 2 Wochen angefangen habe, was zum Thema zu schreiben, möchte ich es doch auch endlich on-line stellen, auch wenn der Artikel eigentlich noch nicht fertig ist. Zur Sicherheit von Kernreaktoren oder den Einzelheiten der Geschehnisse in Japan kann ich mangels Fachkenntnisse naturgemäß nichts beitragen. Nachdem ich mich mit vielen Stellen im Netz beschäftigt hab, kann ich folgenden Link empfehlen (Physikblog). Aktuelle Informationen zu Strahlungswerten in Deutschland erhält man hier, wobei ich gleich dazu schreiben muss, dass das irrelevant ist. Es gibt kein denkbares Szenario, bei dem eine radioaktive Wolke im Ausmaß des Unfalls in Tschernobyl Europa erreichen könnte. Die Spurenaktivitäten, die man messen wird, sind eher von akademischem Interesse. Das Reaktorunglück weist aber mehrere Überschneidungen mit dem Thema Klimawandel auf. Stichworte sind die Auswirkungen auf die CO2-Bilanz, die Frage nach dem „fetten Schwanz“ und die Frage nach dem „schwarzen Schwan“.
Labels:
Statistik
Sonntag, 20. März 2011
Fake scandal again
Most probably you have seen it on Wattsupwiththat, though it has made the round in all the denier blogs. Former German chancellor Helmut Schmidt is cited to have said, that some climate scientist were proven to be fraudsters and has called for the investigation of the IPCC by German scientific institutions. What you will probably never hear by those outlets of misinformation: Helmut Schmidt never said this. Not, that he would not say stupid things once in a while. He is more than 90 years old, he is ignorant about natural sciences, and when he was chancellor he was rather not famous for putting the environment on the agenda. But he didn’t say it. I checked with the bureau of the former chancellor, Mrs. Krüger-Penski, and she says that what was on display on the Max-Planck-Gesellschaft (MPG) website and what was cited all the time by deniers was not what Schmidt has said. What he has said is, what is on display under the very same links on the MPG site and what you could have read at the German weekly news paper DIE ZEIT, where Schmidt still is co-publisher. Schmidt never called IPCC scientists fraudsters.
Donnerstag, 17. März 2011
Schon wieder ein inszenierter Skandal
Dem Bundeskanzler a.D. Helmut Schmidt wurde die Behauptung zugeschoben, Klimaforscher hätten sich als Betrüger erwiesen. Diese Behauptung war nicht nur sachlich falsch, das Büro des Kanzlers a.D. dementiert auch, daß diese Bemerkung gemacht wurde. Auf google aber findet man mit dem Suchstring "Helmut Schmidt IPCC Betrüger" gut 136.000 Einträge. Schon wieder ein inszenierter Skandal? Im folgenden gehe ich der Sache nach.
Dienstag, 8. März 2011
Wenn alte Politiker die Welt nicht mehr verstehen
In diesem Blogbeitrag bin ich davon ausgegangen, daß eine von der MPI veröffentlichte und in Leugnerkreisen weithin zitierte Textfassung einer Rede von Helmut Schmidt der gehaltenen Rede entspricht. Nach Auskunft des Büros des Bundeskanzlers a.D. entspricht der beim MPI publizierte Text nicht der von Herrn Schmidt gehaltenen Rede. Auch wenn Herr Schmidt vermutlich meinen Blogbeitrag nicht zur Kenntnis nehmen konnte oder wird, und mir keine Klagen deswegen zu Ohr gekommen sind, möchte ich an dieser Stelle trotzdem dafür um Entschuldigung bitten, daß ich davon ausgegangen bin, daß Herr Schmidt tatsächlich Klimaforscher als Betrüger bezeichnet hatte. Das hat er nicht. Wenn ich den Blogbeitrag trotzdem stehen lasse, dann nur deshalb, weil im Internet das Löschen eines Beitrages sinnlos ist und die Ergänzung um eine Korrektur sinnvoller ist.
Dienstag, 1. März 2011
Leugner bekämpfen die Wissenschaft, Teil 2
Im letzten Beitrag hatte ich dargelegt, daß Leugner die Wissenschaft bekämpfen. Sie bestreiten nicht nur Grundaussagen der Wissenschaft, die eigenen politischen, wirtschaftlichen, religiösen oder egoistischen Zielen entgegenstehen, sie greifen auch Wissenschaftler in Person an und unterstellen ihnen, daß sie sich gegen die Gesellschaft verschwören. In dieser angeblichen Verschwörung blocken die Wissenschaftler abweichende Meinungen ab, vertuschen eigene Fehler und organisieren sich in einer eigenen Sekte, die die Meinung vertritt, die den Wissenschaftlern politisch paßt oder für die sie Geld erhalten. Die Unterstellung einer Verschwörung ist die entscheidende Schutzbehauptung der Leugner zu erklären, warum ihre Meinung in der Fachliteratur kaum zum tragen kommt. Im letzten Beitrag zeigte ich auf, wie schäbig der Kreis um Steve McIntyre, in diesem Fall Ryan O'Donnell, mit Wissenschaftlern umgehen, selbst wenn jene ihnen vorher geholfen hatten und äußerst fair waren. McIntyre beklagt sich regelmäßig darüber, daß Wissenschaftler gegen ihn abblocken würden, vergißt aber dabei natürlich, daß er zuvor gegen genau diese Wissenschaftler konstruierte Vorwürfe der Unfähigkeit und Datenfälschung vorgebracht hatte (etwa gegen Michael Mann und seine Kollegen bei der Hockeyschlägertemperaturkurve) oder Daten verlangte, die er gar nicht benötigte, weil er sie entweder schon hatte (die Yamal-Baumringdaten von Briffa) oder die er gar nicht brauchte, wenn er nur seine Arbeit tun würde (wie die Reproduktion der globalen Temperatur entsprechend der Arbeit des Teams um Phil Jones, die andere Gruppen leisten konnten ganz ohne Freedom of Information-Anfragen). Doch auch andere Personen sind hier zu erwähnen. Nehmen wir Prof. Judith Curry.
(Übrigens, weitere, neuere relevante Blogbeiträge zum Thema sind:
Wissenschaftsbetrug - wie Leugner versuchen, mit wissenschaftlich wirkenden Scheinfachartikeln eine wissenschaftliche Kontroverse vorzutäuschen.
Leugner und seriöse Wissenschaftler - warum Wissenschaftler Leugnerpositionen beziehen.
Wolken über der Fachbegutachtung - Beispiele für ein Versagen oder Umgehen des Peer Review.)
(Übrigens, weitere, neuere relevante Blogbeiträge zum Thema sind:
Wissenschaftsbetrug - wie Leugner versuchen, mit wissenschaftlich wirkenden Scheinfachartikeln eine wissenschaftliche Kontroverse vorzutäuschen.
Leugner und seriöse Wissenschaftler - warum Wissenschaftler Leugnerpositionen beziehen.
Wolken über der Fachbegutachtung - Beispiele für ein Versagen oder Umgehen des Peer Review.)
Labels:
Leugner
Samstag, 26. Februar 2011
Wie Leugner die Wissenschaft bekämpfen
Wenn Lobbygruppen in Feststellungen der Wissenschaft eine Gefahr sehen, daß es dadurch zu Regulierungen kommt, die Profite mindern oder gar das ganze Geschäftsmodell in Frage stellen, kämpfen sie dagegen mit einer Strategie, die sich im Kampf der Tabakindustrie bewährt hat. Man widerspricht nicht offen den Feststellungen, sondern man unterminiert die Wissenschaft. Man erweckt den Eindruck, es gäbe keinen Konsens in den relevanten Fragen. Man greift Wissenschaftler an, um ihre Glaubwürdigkeit zu mindern. Auf dieser Basis sind verschiedene Allianzen möglich. Zum Beispiel mit religiösen Gruppen, die ebenfalls daran interessiert sind, die Autorität der Wissenschaft zu schwächen. Aber auch mit Spinnern, Verschwörungstheoretikern und mäßig begabten Wissenschaftlern, die als Außenseiter die Anerkennung holen können, zu der es mit seriöser Wissenschaft nicht reicht. Die Wissenschaftsfeindlichkeit dieser Gruppen ist strategisch gewollt und grundsätzlich. Wissenschaftler können nichts tun, um mit solchen fundamentalistischen Gegnern zu einer Versöhnung zu kommen. Es ist geradezu ein Trick solcher Gruppen, neben ihren Vorwürfen auch zu behaupten, es würden keine Anstrengungen von Seiten der Wissenschaft getroffen, mit ihnen zu einer Verständigung zu kommen. Gehen Wissenschaftler darauf ein, riskieren sie nur, zum Ziel noch schlimmerer Tiefschläge zu werden. Einzelheiten und Beispiel folgen....
Sonntag, 20. Februar 2011
Pi ist gleich 3 und globale Erwärmung ist natürlich und gut
Ich brauche es fast nicht zu kommentieren. Tamino hat einen Blogbeitrag geschrieben über einen US-Politiker, der sich um einen Dämlichkeitsrekord bemüht. (Dazu auch ein Kommentar in der Huffington Post.) Für das Staatsparlament von Montana hat Joe Read einen Antrag eingebracht, in dem steht, daß die globale Erwärmung ein natürliches Ereignis ist und der Mensch diese nicht beschleunigt. Vernünftige Mengen an Kohlendioxid, die in die Atmosphäre eingebracht würden, hätten keinen nachweisbaren Effekt auf die Umwelt. Und die globale Erwärmung sei vorteilhaft für das Wohlsein und das ökonomische Klima des Staates von Montana. Im Antrag fehlte noch der Zusatz: "Scheiß' auf den Rest der Welt."
Es gibt natürlich viele störende physikalische Erscheinungen, die man einfach per Gesetz abschaffen könnte. Das Problem ist, daß sich die störrische Natur um menschliche Gesetze nicht schert. Die abgrundtiefe Ignoranz einer großen Zahl derzeit gewählter republikanischer Abgeordneter in den USA, die über die USA immerhin Klimaschutzbemühungen der Mehrheit der übrigen Staaten in der Welt sabotieren, macht aber deutlich, daß man das Leugnertum und käufliche Wissenschaft im Dienst von Koch Industries, Exxon, Eon oder dem deutschen Steinkohleverband und den übrigen Firmen der Kohle- und Ölindustrie nicht einfach als die übliche menschliche Dummheit abtun darf, sondern diese Form des Lügens aktiv bekämpfen muß, indem man die Wissenschaftsfeindlichkeit und Dummheit dieses Lobbytums bloßstellt. Siehe auch die Debatte um das Gesetz zur Zahl Pi und andere politische Absurditäten.
Es gibt natürlich viele störende physikalische Erscheinungen, die man einfach per Gesetz abschaffen könnte. Das Problem ist, daß sich die störrische Natur um menschliche Gesetze nicht schert. Die abgrundtiefe Ignoranz einer großen Zahl derzeit gewählter republikanischer Abgeordneter in den USA, die über die USA immerhin Klimaschutzbemühungen der Mehrheit der übrigen Staaten in der Welt sabotieren, macht aber deutlich, daß man das Leugnertum und käufliche Wissenschaft im Dienst von Koch Industries, Exxon, Eon oder dem deutschen Steinkohleverband und den übrigen Firmen der Kohle- und Ölindustrie nicht einfach als die übliche menschliche Dummheit abtun darf, sondern diese Form des Lügens aktiv bekämpfen muß, indem man die Wissenschaftsfeindlichkeit und Dummheit dieses Lobbytums bloßstellt. Siehe auch die Debatte um das Gesetz zur Zahl Pi und andere politische Absurditäten.
Sonntag, 6. Februar 2011
Versöhnungstreffen? Eher nächste Runde im Propagandakrieg.
In Lissabon fand angeblich ein Treffen statt zur Versöhnung der seriösen Wissenschaftler, auch gerne Warmisten oder Alarmisten genannt, und der Leugner, Lügner, Verschwörungstheoretiker und Betroffenheitstrolle, auch gerne fälschlich Skeptiker und ehrenwerte Makler genannt. Dieses Treffen war alles andere als das. Zunächst beruhte es auf der Annahme, es ginge bei dem Streit darum, wie einige wissenschaftliche Erkenntnisse zu bewerten seien. Also, ob zum Beispiel die mittelalterliche Erwärmung stattgefunden habe, wie die Klimasensitivität einzuschätzen sei und ob die globalen Temperaturzeitreihen korrekt seien. Und daß man dies dadurch herausbekommt, daß man irgendwelche Blogger und einzelne zufällig herausgegriffene Wissenschaftler mit Journalisten und Philosophen und Soziologen drei Tage zusammenbringt. Das Problem ist, daß jeder, der sich mit wissenschaftlichem Arbeiten beschäftigt hat weiß, daß es so nicht geht. Es gibt wissenschaftliche Fachtagungen für diese Fragen und Fachzeitschriften, in denen solche Fragen bearbeitet werden. Und jeder, der vorgibt, sich mit Wissenschaftstheorie zu beschäftigen, muß das wissen. Es ist Grundlage der Arbeit, so wie ein Meteorologe wissen muß, was eine Temperatur ist und woher er Daten bekommt, wenn er vorhat, globale Temperaturzeitreihen zu erstellen. Frage Nummer 1: wieso wissen die Lissaboner Veranstaltungsorganisatoren nicht, was sie als Voraussetzung für ihre fachliche Arbeit zwingend wissen müßten? Zu den Tagungsteilnehmer zählen Wissenschaftler vom Fach wie Hans von Storch und Judy Curry. Warum wissen die nicht, wie man in ihrem Fach arbeitet? Und schließlich die Rolle der Journalisten. Das Machwerk von Traufetter hatte ich bereits aufgegriffen. Auf der anderen Seite hatte auch Fred Pearce vom New Scientist einen Artikel zu dem angeblichen Versöhnungstreffen geschrieben. Während Traufetter falsch behauptete, Gavin Schmidt hätte sein Kommen zum Treffen abgesagt, um Steve McIntyre nicht zu begegnen, und dies bisher nicht korrigiert hat, brachte Pearce die Behauptung auf, Schmidt hätte sein Kommen abgesagt, weil es deshalb nichts zu diskutieren gäbe, weil die Wissenschaft zum Thema abgeschlossen sei und zu endgültigen Ergebnissen gekommen sei ("the science is settled"). Ist das wahr? Wenn nicht, warum schreibt Pearce so etwas? Und was steckt wirklich hinter dem sogenannten Versöhnungstreffen?
Labels:
Leugner
Donnerstag, 3. Februar 2011
Nachtrag zum sogenannten Versöhnungstreffen in Lissabon
Die interessanteste Frage zu der angeblichen Versöhnungstagung der Klimaforscher mit den Klimalügnern bei fast vollständiger Abwesenheit seriöser Klimaforscher ist, wer diese Veranstaltung eigentlich bezahlt hat und damit seine Interessen vertreten sieht. Außerdem gibt es auch inzwischen erste Reaktionen aus dem Kreis, um den es angeblich dabei ging. Damit meine ich nicht die Betroffenheitstrolle wie die Professoren Hans von Storch, Judith Curry oder Peter Webster, die natürlich alles Interesse daran haben, über ihre Tätigkeit als „Mittler und ehrliche Makler“ in ihren Blogs zu schreiben. Vielmehr kann man im Blog Rabett Run vorbeischauen und Gavin Schmidts Kommentar lesen, warum er eigentlich nicht bei der „Versöhnung“ dabei war.
Labels:
Leugner
Abonnieren
Posts (Atom)