Montag, 20. Februar 2012

Klageorgie der Leugner

Das Heartland Institute droht offensichtlich systematisch allen Bloggern mit juristischen Schritten. Ich hatte bereits auf Greg Ladens Blog hingewiesen, der als erster über einen Schreiben der Juristin des Leugner-Unternehmens berichtete. Doch nicht nur für das Bloggen über die skandalösen Vorgänge bei dem Lobby-Unternehmen gibt es Klagedrohungen. Auch in anderer Hinsicht ist das Unternehmen klagefreudig, wie zum Beispiel der Blog Rabett Run kommentiert. Eine Ergänzung zum gestrigen Blogbeitrag.


Sonntag, 19. Februar 2012

Erster Blogger meldet juristische Schritte des Heartland Institute

Das Heartland Institute hat, nachdem für sie belastende Dokumente an die Öffentlichkeit gekommen sind, in dreierlei Weise reagiert. Zum einen hat sie behauptet, daß die belastenden Dokumente teilweise oder ganz gefälscht seien. Zum zweiten haben sie massiv mit juristischen Schritten gedroht gegen alle, die die Dokumente öffentlich zugänglich machen oder sie kommentieren. Zum dritten hat man in den letzten Tagen sehen können, wie alle Blogs im Leugnernetzwerk in heftige Aktivität fielen, um zu argumentieren, wie gemein es sei, Dokumente gegen den Willen der Betroffenen zu verbreiten, daß die Dokumente außerdem gefälscht seien, daß sie außerdem überhaupt nichts Neues und daher auch nichts Schlimmes enthielten und daß schließlich Greenpeace viel mehr Geld erhielte als das Heartland Institute, was anscheinend irgend etwas beweist, ich habe leider nicht kapiert, was. Und jetzt schlägt das Imperium zurück - der erste Bloger erhielt Post.

Freitag, 17. Februar 2012

Heartlandgate und keine deutschen Medien

Der Skandal um die Täuschung von Öffentlichkeit und Behörden durch amerikanische Lobby-Unternehmen, die die Aufgabe haben, den menschenverursachten Klimawandel zu leugnen zieht in den britischen und amerikanischen Medien Kreise. Die Aufmerksamkeit für diesen echten Skandal ist wesentlich geringer als für den vorgetäuschten Skandal bei der Climate Research Unit und beim IPCC, aber zumindest sind die Beteiligten hier Teilen der Öffentlichkeit bekannt. Doch versucht man via google oder google news zu erfahren, wie die deutschen Medien darüber berichtet, erhält man keine Ergebnisse. Die Berichterstattung ist, wie schon beim angeblichen Climategate, nicht geeignet, die Öffentlichkeit in Deutschland angemessen zu informieren.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Klimaleugner unter Beschuß

Ein Mitarbeiter des Heartland Institute hatte irrtümlich ein Paket von Dokumenten zu einer Direktoriumssitzung am 17. Januar an eine dritte Stelle geschickt, die diese Dokumente Umweltaktivisten des DeSmogblog.com zur Verfügung stellten. Obwohl das Heartland Institute eines der Dokumente als Fälschung bezeichnete und die Echtheit der übrigen Dokumente nicht bestätigen wollte, konnten viele entscheidende Angaben in den Dokumenten von unabhängiger Seite bestätigt werden. Das Lobby-Unternehmen ist in Rückzugsgefechte verwickelt und es baut sein schlechtes Ansehen weiter aus. Und an anderer Stelle bröckelt es. Den Leugnerpropagandisten Fred Singer und Patrick Michaels drohen Klagen, einige Lobby-Unternehmen kommen mit der amerikanischen Steuerbehörde in einen Konflikt und einem Aushängeschild der Leugnerszene bricht die staatliche Förderung weg.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Heartland Institute bezahlt das Lügen über den Klimawandel

Vermutungen darüber, daß es ein Netzwerk des bezahlten Lügens über den von Menschen verursachten Klimawandel gibt, sind schwer zu belegen. Die Geldgeber haben ein Interesse daran, daß zumindest in einem gewissen Umfang verschleiert wird, was sie machen. Bei Lobbyisten für die Leugnung des Klimawandels möchte man den Eindruck erwecken, daß sie selbst von dem überzeugt sind, was sie vertreten. Manche, wie Richard Lindzen, John Christy oder Roy Spencer betonen gerne, daß sie keine Gelder der Industrie für fossile Brennstoffe erhalten hätten, was man glauben mag oder auch nicht. Daher ist es so wichtig, wenn durch einen Zufall interne Dokumente einer der vielen Lobbyinstitutionen für das Lügen über den Klimawandel, in diesem Falle des Heartland-Instituts an die Öffentlichkeit geraten. Und diese Dokumente zeigen, daß Leugner innerhalb breiter Netzwerke arbeiten, viele bekannte Wissenschaftler mit Leugnerpositionen dafür bezahlt werden und die Desinformation an Schulen zu den strategischen Zielen des Lügens über den Klimawandel gehört.

Montag, 13. Februar 2012

Vahrenholt und Lüning abgewatscht

Es wird schwierig, noch etwas Neues zum Buch "Die kalte Sonne - Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet" zu schreiben, denn der aufgewärmte kalte Kaffee der Autoren Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning und ihrem Stichwortgeberteam Henrik Svensmark, Nicola Scafetta, Werner Weber und Nir Shaviv war schon so gut ausdiskutiert, daß die Erwiderungen sich fast von selbst schrieben. Hier gebe ich eine kurze Liste von Beiträgen, die mir auffielen.


Donnerstag, 9. Februar 2012

Man macht es Ihnen zu einfach. Teil 1.

Es deutet sich an, daß Fritz Vahrenholt nur das medienwirksame Etikett einer konzertierten Aktion verschiedener Leugner ist. Die Inhalte des von ihm und Sebastian Lüning vorgestellten Buches „Die kalte Sonne“ sind vor allem ein neuer Aufguß alter Erzählungen von Henrik Svensmark, Nicola Scafetta, Werner Weber und Nir Shaviv. Bei der Vermarktung fällt die gute Vernetzung in die Printmedien auf, wo Stefan Aust (vorher Spiegel, nun auch Kontakte zu WAZ und Miteigner von N24) und Michael Miersch (Focus) das Leugnerprojekte unetrstützen. Wer es vermittelt hat, daß gleich drei Artikel in der Bild zu dem Buch erscheinen durften, weiß ich nicht, aber auch hier könnte mehr stecken als nur der Drang, mit einer „Mann beißt Hund“-Geschichte Auflage zu machen. Natürlich gibt es auch eine Reihe von Journalisten, die kritisch über das Buch des Leugnerteams berichten. Aber sie machen es dem Team ziemlich einfach und man merkt es, wenn man sich das FAQ auf der Seite des Verlags für das Buch anschaut. Einige Beispiele möchte ich erläutern.

Mittwoch, 8. Februar 2012

Keinen Plan, aber gute PR

Ich stehe in der Versuchung, noch stärker herauszuarbeiten, in wie vielen Bereichen das RWE-Team Vahrenholt und Lüning grundlegende Kenntnisse der Statistik, Meteorologie und Physik über Bord werfen. Immerhin haben sie eine Webseite für ihr Buch "Die kalte Sonne" einrichten lassen, auf deren FAQ man aus dem Staunen nicht heraus kommt. Doch zunächst interessiert mich etwas anderes, nämlich die exzellente PR und die gute Vernetzung, die dieses Machwerk begleitet. Ein paar Stichworte möchte ich da geben.

Montag, 6. Februar 2012

Altpapier zum Neupreis

In den letzten Wochen macht zunehmend der ehemalige SPD-Umweltpolitiker und RWE-Manager Fritz Vahrenholt von sich reden. Die mediale Aufmerksamkeit ist Teil der Vermarktungsstrategie für sein neues Buch „Die kalte Sonne“, das er mit Sebastian Lüning am 6.2.2012 herausbringen ließ. Selten war es so einfach, ein Buch zu besprechen, ohne es lesen zu müssen, denn im Kern besteht das Buch, für das unachtsamen Lesern 24,99 Euro abgeknöpft werden, aus Altpapier. Leider versagen einige Journalisten bei den Interviews mit Vahrenholt und der Besprechung seines Buches eklatant – Bild-Zeitung und Focus stechen unangenehm hervor.

Sonntag, 5. Februar 2012

Der vergängliche Glanz von 1998

1998 war lange Zeit ein Leuchtturm und eine Inspiration der Leugnerszene. Ein starker El Nino hatte dieses Jahr global zu einem sehr warmen Jahr gemacht, so daß es bis 2005 dauerte, um den Temperaturrekord zu brechen. Und das nur in einem Teil der bodengebundenen Beobachtungsreihen. In der britischen Zeitreihe HadCRUT3 konnte selbst 2010 der Temperaturrekord von 1998 nicht gebrochen werden. Doch alles ist vergänglich. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann die globale Erwärmung aus dem Höhepunkt im Jahr 1998 einen Rekord der Vergangenheit macht. Und das kann sogar sehr schnell der Fall sein, denn am Hadley Centre steht eine Neuerung an...

Montag, 30. Januar 2012

Falscher Bericht und prompte Richtigstellung

Nach Jahren des Lügens und Leugnens hat sich so langsam eine Routine bei der Richtigstellung der Leugnerversatzstücke eingestellt. Die letzten Tage haben vermutlich die Daily Mail und das Wall Street Journal die sichtbarsten Leistungen zur Desinformation ihrer Leser erbracht. Die Korrekturen dazu konnte man prompt beim UK Met Office und beim Blog Skeptical Science nachlesen. Eine kommentierte Linksammlung.

Sonntag, 29. Januar 2012

Imaginäre Verbündete

Die Leugnerszene ist kreativ, wenn es darum geht, Pseudoargumente für die Leugnung des Wissensstands zum Klimawandel in Stellung zu bringen. Sie ist auch kreativ dabei, angebliche Zeugen in Stellung zu bringen. George Monbiot hat ein besonders skuriles Beispiel dafür gefunden, wie Leugner versuchten Stimmung gegen seriöse Wettervorhersage und gegen die Tatsache eines globalen Erwärmungstrends zu machen.


Sonntag, 15. Januar 2012

Klimawandel ohne Zinsen

Wenn wir den Treibhauseffekt verschiedener Substanzen vergleichen, haben wir immer ein grundsätzliches Problem. Ihr relatives Erwärmungspotential verändert sich im Laufe der Zeit. Kohlendioxid hat eine lange Lebenszeit im gekoppelten System Atmosphäre - Biosphäre - obere Schichten der Ozeane. Würde man das Erwärmungspotential als J/je emittierte Tonne über 1000 Jahre messen, wäre CO2 eines der wirkungsvollsten Treibhausgase. Über kürzere Zeitskalen wird es jedoch von Gasen wie Methan in den Hintergrund gedrängt. Gängige Zahlenwerte sind eine um einen Faktor 25 stärkere Treibhauswirkung als CO2 über 100 Jahre und ca. 81 momentan bei Methan. Solche Zahlen hängen von Annahmen über die jeweiligen Verweildauern in der Atmosphäre ab und erfordern entsprechende Modellrechnungen. Die Versuchung ist groß, nur auf die kurzfristig viel höhere Treibhauswirkung bestimmter Gase oder kurzlebiger Substanzen wie schwarzem Kohlenstoffaerosol zu schauen und zu postulieren, daß der Klimawandel einfacher zu bekämpfen sei, wenn man sich auf die Reduktion der Emissionen von Methan und schwarzem Kohlenstoffaerosol beschränkte. In diesem Sinne wird gerade eine neue Studie falsch interpretiert, die zusammenstellt, welche Maßnahmen hier besonders effizient sein sollen.

Donnerstag, 5. Januar 2012

Vorsätze für das neue Jahr 2012

Neujahrsvorsätze fasse ich grundsätzlich nicht. Es gibt einen Grund, warum Vorsätze, die zum neuen Jahr gefaßt werden, oft nicht eingehalten werden. Sie sind oft ungenügend fundiert. Außer dem Jahreswechsel fehlt jede Begründung dafür, den guten Vorsatz ausgerechnet jetzt umzusetzen. Es gibt aber oft einen Grund, warum man ein bestimmtes Fehlverhalten hat, das man abstellen will, und dieser Grund bleibt weiter bestehen, auch im neuen Jahr. Verhalten ändert man nur, indem man etwas grundsätzlich ändert – seine Motivation oder die Rahmenbedingungen.