Samstag, 15. Februar 2014
Weltweiter Datenaustausch
Aussagen zur globalen Erwärmung bauen darauf auf, dass die entsprechenden Beobachtungen gemacht wurden. Man hat an vielen Stellen der Erde Temperaturen oder Niederschläge beobachtet, hat den Meerespiegelanstieg bestimmt oder Eisdicken gemessen und hat Temperatur- und Salzkonzentrationsprofile in den Ozeanen durch automatische Sinkbojen erfasst. Ganz zu schweigen von den verschiedenen Messinstrumenten auf einer Vielzahl von Satelliten. Das Grundproblem dabei ist, dass alle diese Messungen und Beobachtungen in den verschiedensten Staaten von den unterschiedlichsten Organisationen und Einrichtungen durchgeführt werden. Und die messen zunächst mal alle nach eigenen Vorgaben und legen die Daten in eigenen Formaten in ihre Datenbanken ab. Wie kann man jetzt an zentraler Stelle an alle diese Daten herankommen, wie sie vergleichbar machen und vernünftig interpretieren? Die Antwort dazu ist, dass es eine Vielzahl internationaler Stellen und Organisationen gibt, die sich genau darum kümmern. Wer sich mit internationaler Zusammenarbeit befasst, betritt aber das Reich der Abkürzungen (meist, aber nicht annähernd immer, drei Buchstaben) und der internationalen Konferenzen, auf denen viel Papier produziert wird, ohne das aber so viele schöne Daten nie zur Auswertung fließen könnten. Ein besonderes Augenmerk möchte ich hier auf die Weltmeteorologieorganisation WMO richten und auf das Projekt eines WMO integrierten globalen Observationssystems WIGOS.
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Messnetze
Dienstag, 4. Februar 2014
Schwindel verjährt
Die gelegentlich verbreitete Behauptung, der globale Temperaturanstieg hätte angehalten, ist zwar nachweislich falsch. Die globale Temperatur steigt weiter an, wie erwartet. Auch wenn man statistisch nicht beschlagen ist, sollte jedem Betrachter auffallen, dass die wärmsten Jahre seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen alle in der jüngsten Vergangenheit liegen. 2010 ist vor 2005 und dieses vor 1998 das wärmste Jahr in allen Bodentemperaturzeitreihen HadCrut4, GISS und NCDC. Und nur bei HadCrut4 liegt 1998 noch auf dem dritten Platz. Das letzte Jahrzehnt (2004-2013) ist in der GISS-Zeitreihe 0,12 Grad wärmer als das vorhergehende Jahrzehnt (1994-2003). Wie ich schon mal schrieb, sind Jahrzehntmittel von ihrer Grobheit der Beschreibung des Klimatrends besser angepasst, weil die Jahresmittel noch zu stark durch das globale Wetter schwanken.
was statistisch zu erwarten ist. Weil die globale Temperatur aufgrund des Wetters von Jahr zu Jahr um den Trend schwankt, kann man bei ausreichend kurzen Abschnitten den unterliegenden Trend völlig maskieren. Man braucht nur zu schauen, wann die Zeitreihe starke Ausschläge nach oben (guter Anfangspunkt) und nach unten (guter Endpunkt) zeigt. So sind beliebte Anfangspunkte in der Vergangenheit 1995 und ganz besonders 1998 gewesen. Andererseits haben Leugner dem starken Temperatureinbruch von 2008 wohl lange nachgetrauert - nichts war so beliebt wie die Zeitreihe von 1998 bis 2008.
Und so hörten wir immer wieder, die globale Erwärmung hätte 1998 gestoppt oder es gäbe keine signifikante Erwärmung seit 1995. Hätte man 1994 oder 1996 oder 1999 als Anfangspunkte gewählt, wären andere Aussagen herausgekommen. Für Klimatologen gilt deshalb der Grundsatz, immer die zum Problem passende Zeitreihe zu betrachten und bei Temperaturzeitreihen sollten das mindestens 30 Jahre am Stück sein. Mit zusätzlichen Jahren droht die Verjährung dieser ollen Leugnerkamellen und beim 1995-Termin ist es nun soweit. Doch mehr zum Hintergrund...
was statistisch zu erwarten ist. Weil die globale Temperatur aufgrund des Wetters von Jahr zu Jahr um den Trend schwankt, kann man bei ausreichend kurzen Abschnitten den unterliegenden Trend völlig maskieren. Man braucht nur zu schauen, wann die Zeitreihe starke Ausschläge nach oben (guter Anfangspunkt) und nach unten (guter Endpunkt) zeigt. So sind beliebte Anfangspunkte in der Vergangenheit 1995 und ganz besonders 1998 gewesen. Andererseits haben Leugner dem starken Temperatureinbruch von 2008 wohl lange nachgetrauert - nichts war so beliebt wie die Zeitreihe von 1998 bis 2008.
Und so hörten wir immer wieder, die globale Erwärmung hätte 1998 gestoppt oder es gäbe keine signifikante Erwärmung seit 1995. Hätte man 1994 oder 1996 oder 1999 als Anfangspunkte gewählt, wären andere Aussagen herausgekommen. Für Klimatologen gilt deshalb der Grundsatz, immer die zum Problem passende Zeitreihe zu betrachten und bei Temperaturzeitreihen sollten das mindestens 30 Jahre am Stück sein. Mit zusätzlichen Jahren droht die Verjährung dieser ollen Leugnerkamellen und beim 1995-Termin ist es nun soweit. Doch mehr zum Hintergrund...
Sonntag, 2. Februar 2014
Guter Blog zum Thema Temperaturzeitreihen
Ich mache hier selten Werbung für Webseiten oder Blogs. Manchmal fühle ich aber einfach, dass ich da eine Lücke habe. Heute will ich mal für den Blog Variable Variability werben. Hier schreibt Victor Venema, ein Wissenschaftler an der Uni Bonn, der sich unter anderem mit der Homogenisierung langer Temperaturzeitreihen beschäftigt. Es ist viel wert, wenn man auf Blogs trifft, die von Experten betrieben werden, weil man dann auch hoffen kann, dass der Quotient von Signal zu Rauschen sehr hoch ist. In diesem Fall habe ich einige der Beiträge der letzten 3 Monate mir näher angeschaut und fand das Niveau hoch, den Ton sachlich, den Inhalt originell. Einziges Manko: ich vermisse eine Präsenz deutschsprachiger Blogs. Primaklima und Klimalounge leisten hier einiges, dass man auch im deutschsprachigen Raum zentrale Ansprungstellen hat, und auch hier sind aktive Wissenschaftler die Schreiber, was dann bei den entsprechenden Themen größeren Tiefgang verspricht.
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Samstag, 1. Februar 2014
Auf unsere Kosten
Viele Lobbyvereine, die den wissenschaftlichen Sachstand zum Klimawandel leugnen und bekämpfen, sehen sich moralisch als Verteidiger der Geldbeutel ihrer Klienten. Sie sehen in der Wissenschaft zum Klimawandel nur die Lautsprecher grüner Umverteilungspolitik und die potentielle Verschwendung von Geldern. Es steht jedoch zu befürchten, dass ihre Sabotage der Wissenschaft und ihre irrationale Panikmache vor vernünftiger Umweltpolitik nicht nur große Schäden anrichten wird, sondern wir hinterher noch erleben werden, dass die gleichen Menschen sich dann davor drücken werden, dafür die Verantwortung zu übernehmen. Es ist davon auszugehen, dass die größte Geldverschwendung von denen verursacht wird, die ihre Ideologie über die Realität stellen. Die Leugner haben bisher schon Zweifel an der seriösen Wissenschaft gesät, dabei Wissenschaftler in ihrer Arbeit behindert und vielleicht auch verhindert, dass es größere Fortschritte bei der Vermeidung von Treibhausgasemissionen gibt. Sie haben verschiedene Wissenschaftler diffamiert, bedroht und mit sinnlosen Klagen überzogen. Sie haben den organisatorischen Hintergrund für Hacherangriffe auf Rechner verschiedener wissenschaftlicher Einrichtungen geboten - der Hackerangrif auf die Climate Research Unit war dabei nur der bekannteste. Und nachdem da alles geschehen ist, können wir uns sicher sein, dass sich die Leugner davor drücken werden, ihre Schäden zu bezahlen. Das ist keine Behauptung, sondern eine Beobachtung. Skeptical Science macht auf einen Bericht aufmerksam, in dem ein Wissenschaftler aus Neuseeland seine Erfahrung mit der destruktiven und unverantwortlichen Arbeit professioneller Leugner schildert.
Sonntag, 26. Januar 2014
Treibhaus der Scheinwissenschaftler
Ab und an nutzt man eine Suchmaschine, um zu untersuchen, wie sichtbar man selbst ist. Auf diesem Wege erfahre ich manchmal, dass in Blogs, die ich freiwillig nicht lesen würde (wie EIKE) manchmal jemand über mich schimpft. Das ist nicht besonders anständig, denn ich kann mich ja nicht wehren, wenn ich den Blog nicht frequentiere. Ärgerlich ist es, wenn dabei ein Pseudonym, das ich in einem Board benutze, im Zusammenhang mit meinem richtigen Namen gern und oft gepostet wird. Diese Menschen tun das nicht zufällig, sondern weil sie denken, dass sie mir damit schaden können. Es ist ein Beleg dafür, dass sie ahnen, dass ihre Argumente schlecht sind – dann wird man persönlich. Es zeigt auch, welch schäbigen Charakter manche Leugner haben. Es ist der Geist, aus dem heraus Drohbriefe an Wissenschaftler gehen, Hackerangriffe auf Wissenschaftsinstitute erfolgen, Nazivergleiche erfolgen bis dahin, dass man unter Wattsupwiththis ein Foto von einem Blogger eingestellt hatte, dessen Gesicht mit Photoshop in die SS-Uniform von Himmler kopiert wurde. Ein Leugner, dem ich in seinem Blog erklärte, dass man aus 6 Jahren Temperaturdaten keinen klimatischen Trend berechnen kann, verbreitete dann sogar in einem anderen Blog, dass ich beruflich ein Versager wäre und wegen meiner Unfähigkeit meine Stelle verloren hätte - ein Stalker also. Und als ich den Unfug von Gerlich und Tscheuschner in einem Blogbeitrag kritisierte, was später zu einem Kommentar zur Widerlegung in dem entsprechenden Journal führte, musste Herr Tscheuschner mich sogar auf meine Privatnummer anrufen, als ich friedlich mit der Familie beim Teetrinken saß und wollte mich dazu nötigen, eine Debatte mit ihm aufzunehmen. Das läßt einen wundern, was im Kopf solcher Leugner eigentlich vor sich gehen muss. Nicht weniger heftig ist ein gewisser Gerhard Kramm, Meteorologe an der University of Alaska Fairbanks. Kramm ist wie Gerlich und Tscheuschner und zusammen mit einem gewissen Dlugi der Meinung, dass es einen Treibhauseffekt nicht gibt. Wir werden also wieder zurückgeworfen in die Zeit vor Arrhenius und über 100 Jahre Wissenschaft gehen hier den Abfluss runter. Dieser Herr Kramm hat ebenfalls an verschiedenen Stellen über mich geschimpft und dabei mit Freude meinen Namen und mein Pseudonym zusammen genannt, damit es über Suchmaschinen möglichst gut sichtbar ist. Er hat auch verschiedene Personen diffamiert, denen er verschiedene schlimme Dinge unterstellte, die nicht ganz der Wahrheit entsprachen. Also kein sympathischer Zeitgenosse. Faszinierend war aber, wo ich sein Geschimpfe noch fand – in einem Wissenschaftsartikel, publiziert in einem fachbegutachteten Journal. Wie geht das denn, fragte ich mich. Die Auflösung folgt unter den weiteren Informationen.
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Samstag, 18. Januar 2014
Wissenschaftsbetrug
Wissenschaftsbetrug ist ein weites Feld. Dazu gehören Plagiate, das Fälschen von Beweisen, das Vortäuschen von Referenzen und Täuschungsmanöver beim Publizieren. Der betrügerische Wissenschaftler kann versuchen, seinen Artikel alleine unterzubringen, er kann aber auch hoffen, Helfer bei den Redakteuren zu finden, die ihm wohlgesonnene Fachbegutachter besorgen oder den Artikel so durchwinken. Die Gründe für den Betrug können auch verschieden sein. Es kann knallhart um Geld gehen, zum Beispiel bei Pharmastudien mit gefälschten Daten. Der Betrüger kann um seine Karriere besorgt sein und seiner Publikationsliste aufhelfen. So etwas geht früher oder später schief, weil es genug Kollegen gibt, die solche Machenschaften mit Vergnügen aufdecken. Daneben gibt es auch Anhänger eine antiwissenschaftlichen Richtung, die immer wieder tricksen, um ihrem Glauben einen seriösen Anstrich zu verpassen in Form angeblich fachbegutachteter Artikel. In diesem Fall sind die Pseudowissenschaftler gelegentlich so schmerzfrei, dass es sie gar nicht stört, wenn schon bald ernsthafte Wissenschaftler auf den Plan treten und den Wissenschaftsbetrug aufdecken. Hauptsache man hat die Trophäe, das heißt, die Publikation und hält damit die Diskussion außerhalb der Wissenschaft am Laufen. Der durchgewunkene Artikel wird unabhängig von der späteren Demaskierung dauerhaft als angeblicher Beweis für die eigene Wissenschaftlichkeit präsentiert. In bestimmten Bereichen geht es auch nur darum, den Anschein andauernder wissenschaftlicher Debatte um längst gelöste Fragen zu erwecken. Aha, also geht es um Leugner des wissenschaftlichen Sachstands zum Klimawandel. Wie wäre es, dachten sich da einige, wenn wir gleich unsere eigene Fachzeitschrift aufmachen, eigene Redakteure, eigene Fachbegutachter und das noch unter einem seriösen Mantel? Tatsächlich, da geht was. Blicken wir doch mal ins jüngst verstorbene Journal "Pattern Recognition in Physics"...
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Leugner
Sonntag, 12. Januar 2014
Klimasensitivität und Säbelzahnlöwen
Bei den Leugnern von EIKE oder von „Die kalte Sonne“ (Sebastian Lüning, Fritz Vahrenholt) erzählt man Märchen darüber, dass lauter neue Artikel zur Klimasensitivität herauskommen, die deren Wert nach unten korrigieren. Wie ich gezeigt hatte, ist das vor allem heiße Luft – die alten Herren haben gerade mal zwei Arbeiten eher geringer Qualität gefunden, die in ihrem Sinne sind, der Rest sind eher Blogbeiträge oder falsch verstanden worden. Wenn man aber die Aufregung echter Wissenschaft spüren will, dann hatte 2013 tatsächlich einige zu bieten. Ich hatte mir mal einige Arbeiten angeschaut und festgestellt, dass wir noch viel über die Klimasensitivität herausfinden können, das über die Diskussion, ob sie größer oder kleiner als 3 Grad je Verdopplung des CO2-Äquivalents ist, hinausgeht. Ich mache also mal einen Streifzug durch die neuere Literatur.
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Montag, 6. Januar 2014
Tunnelblick bei Kalte Sonne
Der Blog "Die kalte Sonne" ist das Verkaufsförderungsportal für das gleichnamige Buch von Sebastian Lüning (früher RWE) und Fritz Vahrenholt (verschiedene Managementposten in der Energieindustrie), in dem so ziemlich alle bekannten Unwahrheiten aus der Leugnerecke rezitiert werden, die man im Internet finden kann. Die Herren sind im eigenen Interesse mehr oder weniger kommerziell tätig. Dieser Blog hier ist nun ein Privatvergnügen, das ich mangels Zeit sehr unregelmäßig betreibe und sich sicher nicht an großes Publikum richtet. Ein Posting hier zieht im Laufe der Zeit meistens zwischen 100 und 300 Klicks auf sich, die Hälfte davon kommen aus Suchmaschinenlandungen, das heißt, hier folgen maximal ca. 50 regelmäßige Leser dem Blog. Ein Erfolg ist für den Blog, wenn mal ein Beitrag weiterzitiert oder in Übersetzung in einem anderen Blog wiedergepostet wird, was nur selten vorkommt. Da ist es schon verwunderlich, wenn beim Blogbeitrag zum Thema Klimasensitivität Herr Lüning tatsächlich vorbeischaut und drei Links auf seinen Blog hinterlässt. Er wollte beweisen, dass in der wissenschaftlichen Fachwelt neuerdings fast alle Beiträge eine Klimasensitivität nahe 1,5 zeigen. Das ist eine offensichtlich falsche Behauptung. Im 5. IPCC-Bericht werden knapp 20 neuere Publikationen ausgewertet, dazu die Ergebnisse verschiedener Modelle, und es kommt dabei heraus, dass der Überlappungsbereich aus allen Arbeiten eine Häufung um den Wert 3 und einen Bereich der wahrscheinlichen Werte von 1,5 bis 4,5 zeigt. Nimmt man alle Arbeiten dazu, die seit Herausgabe des IPCC-Berichts publiziert wurden, ändert sich an dem Bild gar nichts. Bei "Die kalte Sonne" sieht man das anders.
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Leugner
Sonntag, 5. Januar 2014
Bezahltes Leugnen
Wissenschaftliche Ergebnisse zu produzieren ist teuer. Messnetze zu betreiben, Großrechner zu beanspruchen, wissenschaftliche und technische Mitarbeiter zu bezahlen, das alles kostet viel Geld. Diese wissenschaftlichen Ergebnisse zu leugnen, ist hingegen billig. Ein Mensch, der in Teilzeit täglich in seinem Blog die verschiedenen Standardprozeduren des Leugnens variiert, ist mit 10000 Euro pro Jahr gut bezahlt. Dafür kauft man eine kleine Workstation oder beschäftigt noch nicht mal 2 Monate einen wissenschaftlichen Assistenten. Ein Drittmittelantrag für einen Mitarbeiter und eine Meßkampagne, Reisen, Publizieren, Rechnungen anfertigen fängt bei gut 200.000 Euro an. Vor dem Hintergrund wird vielleicht klar, dass mit den Spenden einiger tausend irregeleiteter Menschen und zusammen einigen Millionen aus der Lobbyarbeit interessierter Unternehmen eine gut vernetzte, produktive Leugnerindustrie finanziert werden kann - auf eine Arbeit, die die Finanzströme behandelt, hatte ich vor kurzem verwiesen. Wie Leugner damit umgehen? Die beste Strategie ist immer, vorbeugend anderen vorzuwerfen, was im eigenen Lager als Standard praktiziert wird. Also den Wissenschaftlern vorzuwerfen, sie würden den Klimawandel propagieren, um damit den eigenen Arbeitsplatz zu schaffen. Das ist aus vielen Gründen absurd. Wissenschaftler werden nicht für bestimmte Ergebnisse bezahlt, sondern für das Forschen an sich. Auch die Wetterdienste werden nicht unterhalten, um den Klimawandel als Ergebnis zu erhalten, sondern um Messungen zu machen und zu interpretieren. Leugner hingegen bei Zeitungen, in Blogs und Pseudoinstituten wie der deutsche Rentnerverein EIKE oder Fred Singers SEPP werden dafür bezahlt, dass bei denen eine Leugnung der Wissenschaft hinten herauskommt. Ob ihre Beiträge wissenschaftlich irgendeinen Wert haben, ist da privater Luxus. Aktuell gibt es einen weiteren intimen Einblick in die Leugnerindustrie zu bewundern.
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Leugner
Mittwoch, 1. Januar 2014
Gute und schlechte Modelle
Die Klimamodelle streuen bei Ihren Resultaten über einen weiten Bereich. Die Klimasensitivitäten, die sie wiedergeben, reichen meistens von ca. 1,5 bis ca. 5 Grad Erwärmung je Verdopplung des CO2-Mischungsverhältnisses. Die Unterschiede rühren wohl daher, dass in den verschiedenen Modellen Prozesse, die sie nicht auflösen können, wie zum Beispiel die Wolkenbildung und konvektive Prozesse (also der Aufstieg warmer Luft) verschieden parametrisiert sind, also durch pauschale Rechnungen wiedergegeben werden. Die spannende Frage ist, welche Modelle realistischer sind und wie man das entscheiden kann. Eine neue Arbeit von Steven C. Sherwood, Sandrine Bony und
Jean-Louis Dufresne: Spread in model climate sensitivity traced to atmospheric convective mixing, Nature 505, 37-42 (2014), bietet möglicherweise einen Hinweis darauf, dass Modelle mit niedriger Klimasensitivität eher unrealistische Wolkenparametrisierungen bzw. der Konvektion über den Meeren haben. Das wäre ein Hinweis darauf, dass eine Klimasensitivität von 3 und mehr mit unseren Kenntnissen über das Klima besser verträglich ist und wir davon ausgehen müssen, dass Ergebnisse mit einem stärkeren Temperaturanstieg wahrscheinlicher sind.
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Sonntag, 29. Dezember 2013
Antiwissenschaftliche Bewußtseinsbildung - Geld und Medien
In früheren Beiträgen hatte ich darüber geschrieben, dass die Leugnung des wissenschaftlichen Sachstands zum Klimawandel eine Bewegung ist, bei der wirtschaftliche und politische Interessen zusammenkommen. Antigrüne, wirtschaftslibertäre politische Bewegungen und Unternehmen, die von der Förderung, dem Vertrieb und der Nutzung fossiler Brennstoffe abhängen, haben gemeinsame Interessen daran, politische Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen zu behindern. Dies geschieht am effizientesten mit der gleichen Taktik, die schon die Tabaklobby angewendet hat: man erzeugt Zweifel an der Sicherheit der wissenschaftlichen Wissens und greift die Wissenschaftler, die unerwünschte Ergebnisse liefern, möglichst direkt an. Dazu bedient man sich Lobbyvereinen und Lobbyunternehmen, die nach außen als angebliche wissenschaftliche Institutionen auftreten und eine Flut von wissenschaftlich aussehenden Publikationen erzeugen, um den Anschein einer intensiven Debatte über schon längst geklärte Fragen zu erzeugen. Der Erfolg zeigt sich insbesondere in den USA bei Umfragen: 97% der Wissenschaftler akzeptieren den Sachverhalt einer vorwiegend von Menschen verursachten globalen Erwärmung. Doch in der Bevölkerung in den USA glauben fast genauso viele Menschen, dass die globale Erwärmung nicht stattfindet oder nicht vom Menschen verursacht ist, wie andere glauben, dass es eine menschengemachte globale Erwärmung gibt. Lobbyvereine, die die öffentliche Meinung beeinflussen, kosten nur ein Bruchteil der Aufwendungen für seriöse Klimaforschung, trotzdem müssen sie finanziert werden. Das geschieht durch Menschen, die an einer libertären, staatsfeindlichen, industriefreundlichen Politik interessiert sind, also auch, aber nicht nur, durch entsprechende Industrieunternehmen. Am Beispiel des Heartland-Instituts konnte man schon einen Blick in solche Strukturen werfen, bei denen die Kampagne gegen die Wissenschaft über den NIPCC-Bericht, über die Beeinflussung von Schulen und Medien und politische Lobbyarbeit finanziert wird. Eine neue Publikation von Robert J. Brulle in Climatic Change, 2013 (DOI 10.1007/s10584-013-1018-7) erhellt diese Zusammenhänge genauer.
Mittwoch, 13. November 2013
Der Baum des Lebens
Aus persönlichem Interesse schweife ich diesmal ab. Obwohl das Thema doch mit dem globalen Klima zu tun hat. Vor langer, langer Zeit entstand auf diesem Planeten mal Leben. Wie das geschah, ist sehr unklar, aber das Ergebnis ist: wir sind da. Nun neigen wir Menschen dazu, uns als Krönung der Schöpfung zu sehen. Um fair zu sein, sind wir die einzige Lebensform auf der Erde, die die Vielfalt des Lebens auf der Erde bewußt zu schätzen weiß. Aber unser Blick auf das Leben auf dieser Erde ist sehr voreingenommen. Eigentlich sind wir eher eine Randexistenz. Biologisch betrachtet. Schauen wir also, wer uns da von unserem Podest stößt.
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Paläoklima
Donnerstag, 10. Oktober 2013
Wir verlassen den Garten
Der Garten ist die Erde mit den Bedingungen, an die die heute lebenden Arten und ihre Ökosysteme gewohnt sind. Es wird im Laufe der Zeit wärmer oder kälter, feuchter oder trockener und die Lebewesen in ihren jeweiligen Lebensräumen müssen diese Veränderungen aushalten. Sie haben eine gewisse Toleranz zu Änderungen ihrer Umwelt entwickelt. Mit dem Klimawandel sind wir dabei, diesen Garten zu verlassen, in dem die Veränderungen ein überschaubares Maß hatten. Wir können nicht erwarten, dass die Arten im Garten, dass die Ökosysteme, die hier entstanden sind, den Schritt aus dem Garten heraus überstehen. Doch wie wissen wir, wann wir den Garten verlassen? Es gibt dazu eine neue Arbeit, die gerade in verschiedenen Blogs diskutiert wird - zum Beispiel bei skeptical science oder bei Rabett Run. Ich möchte auch einen Blick hinein werfen.
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Montag, 7. Oktober 2013
IPCC 5 - Uneinigkeit zur Klimasensitivität
Der Bericht der Arbeitsgruppe 1 (physikalische Grundlagen) des IPCC zum 5. Sachstandsbericht ist seit dem 30.09.2013 verfügbar, wenn auch noch in einer vorläufigen Form. Man kann nun vergleichen, was von Leugnern so alles im Vorfeld verbreitet wurde und was tatsächlich drin steht. Mich interessiert hier ein Aspekt - die Diskussion zum Thema Klimasensitivität scheint ein Stück weit zurückzulaufen. Oder vielleicht auch nicht? Tatsächlich ist die Sachlage etwas komplizierter.
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