Donnerstag, 13. September 2012

Hot Town, Summer in the City

Die globale Erwärmung läßt sich immer schwerer leugnen. Dazu zeigen die weltweiten Temperaturkurven zu eindeutig nach oben. Einen neuen Rekord zeigt auch das Abschmelzen des arktischen Meereises, das endgültig bestätigt, daß wir 2007 miterlebt hatten, daß die Arktis in ein neues klimatisches Regime eingetreten ist. Damit wird nun immer mehr zum Thema, welche Auswirkungen die globale Erwärmung hat. Eines der vieldiskutierten Themen dieses Jahr war, wie man in den Städten mit immer öfter kommenden Hitzewellen umgeht. Aber vorher will ich eine Geschichte erzählen, von einem Professor, der Sandkörner auf Papier klebte...

Montag, 21. Mai 2012

War es das schon mit dem Heartland-Institute?

Das Heartland-Institute ist eine Lobby-Organisation, die im Auftrag ihrer Geldgeber deren Sicht der Dinge unter dem Deckmantel angeblicher Wissenschaft verbreitet. Zur Heartland-Methodik gehört es, Pseudoexperten dafür zu bezahlen, damit sie dem wissenschaftlichen Kenntnisstand widersprechende Essays und andere Publikationen erstellen oder Schautagungen veranstalten, die äußerlich Wissenschaftstagungen ähneln sollen. Verschiedene Formen der Werbung und Propaganda gehören zum Repertoire der Lobbyisten, die sich in ihre Verkleidung als Wissenschaftsförderer auch noch einer Steuerbefreiung erfreuen. Viele Jahr lang ging das gut. Doch jetzt steckt das Unternehmen in einer Krise.

Sonntag, 20. Mai 2012

Kohlendioxid als Rückkopplungsgröße

Worüber man viel schreibt, sagt etwas darüber aus, wo man sich getroffen fühlt. Als Vahrenholt und Lüning ihr Machwerk "Die kalte Sonne" in den Verkauf gehen ließen, war die offensichtlich umfangreiche PR-Aktion darum herum für mich Anlaß genug über eine an sich langweilige Wiederholung alter Leugnermythen zu berichten. Wenn Bild, Focus und Spiegel unisono nach der Melodie der Leugner tanzen, dann muß man dazu etwas schreiben. Ganz anders sieht es eigentlich bei einem Artikel von Jeremy Shakun, Clark, He, Marcott, Mix, Liu, Otto-Bliesner, Schmittner und Bard, Global Warming preceded by increasing carbon dioxide concentrations during the last deglaciation, Nature 484, 49-54 (2012) aus. Der Artikel war nicht von großer medialer Aufmerksamkeit begleitet, aber inhaltlich stellte er einem bestimmten Mythos ein Bein, und führte daher zu heftigsten Reaktionen bei denen, die mit diesem Mythos arbeiten. Daß sie so heftig die Ergebnisse einer aktuellen wissenschaftlichen Studie wegerklären müssen, zeigt schon, wie stark sie sich davon getroffen fühlen.

Sonntag, 15. April 2012

Modelle mit Beobachtungen vergleichen - Teil 2

Im letzten Beitrag hatte ich erläutert, daß Modellergebnisse und Beobachtungen beide Unsicherheitsbereiche aufweisen, die den direkten Vergleich erschweren. Das Problem ist nicht nur, daß es Fehler in den Messungen und den Modellergebnissen gibt. Beim Vergleich einzelner Datenpunkte und selbst ganzer Jahre fällt viel stärker ins Gewicht, daß die Modelle keine globale Wettervorhersage betreiben, sondern die Übereinstimmung zwischen Beobachtungen und Modellergebnissen nur eine statistische ist. Es gibt viele verschiedene Modellergebnisse, die alle korrekt sind, aber nur ein unterschiedliches Wetter zeigen. Damit kann man in verschiedener Weise umgehen. Ein kleiner Überblick.

Montag, 27. Februar 2012

Modelle mit Beobachtungen vergleichen

Von interessierter Seite wird oft behauptet, daß die Modelle, mit denen Klimaprojektionen berechnet werden, nicht zuverlässig seien. Diese Behauptung kann man in verschiedener Weise zurückweisen. Zum einen müßte man zurückfragen, in welcher Hinsicht die Modelle ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen sollen. Modelle sind Idealisierungen der Wirklichkeit und selbstverständlich soll ein Modell nur das leisten, wofür es gemacht wurde. Zum anderen stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten man hat, die dem Modell zugeschriebenen Fähigkeiten zu testen. Ein wichtiger Punkt sind dabei der Vergleich von Modellergebnissen und Beobachtungen. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten. Doch hier will ich fragen, was man beachten muß, um Modellergebnisse und Beobachtungen zu vergleichen.


Donnerstag, 23. Februar 2012

Bojanowskis Feldzug

Der Spiegel erweitert mal wieder seine Desinformationskampagnen zu Themen des Klimawandels. Das Ausmaß der irreführenden Berichterstattung im Spiegel ist erstaunlich. Axel Bojanowski hat sich diesmal den Skandal um das Heartland Institute herausgegriffen und in bekannter Manier die Geschichte auf den Kopf gestellt. Geht es nach ihm, ist es ein Skandal der Wissenschaftler und speziell von Peter Gleick. Der eigentliche Skandal kommt bei ihm gar nicht vor. Falschberichterstattung durch Auslassung ist in mehreren Punkten nachweisbar und demonstriert, daß der Spiegel beim Thema Klimawandel eine Agenda hat. Dieses Magazin ist keine seriöse Nachrichtenquelle für dieses Thema (und für welches dann überhaupt?) Eine Analyse.

Vorteil genommen mit Folgen

Der Skandal um das Heartland Institute und seine Finanzierung von Pseudowissenschaft und Pseudoexperten hat erste Auswirkungen. Der Abgeordnete im Repräsentantenhaus Raul Grajalva (Demokrat aus Arizona) fordert eine Untersuchung des Verhaltens von Indur Goklany, einem leitenden Beamten im Innenministerium, der durch pseudowissenschaftliche Publikationen über die angeblich durch den Klimawandel nicht steigende Zahl von Opfern von Naturkatastrophen zu der antiwissenschaftlichen Kampagne von Klimawandelleugnern beigetragen hatte. Die Untersuchung bezieht sich auf die bekanntgewordene Absicht des Heartland Institute, im Jahr 2012 1000 Dollar pro Monat an Goklany zu zahlen. Dies könnte gegen Regeln verstoßen, die es Beamten des Innenministeriums nicht erlauben, Zahlungen anzunehmen, die dazu dienen, die Politik des Hauses zu beeinflussen. Ich glaube, kürzer heißt es, Bestechlichkeit ist verboten.

Fälschungsverdacht unbestätigt

Als Peter Gleick die Heartland Institute-Dokumente über verschiedene Blogs der Öffentlichkeit zugänglich machte, gab es mehrere Verteidigungslinien, um sich gegen Kritik zu immunisieren. Die erste Reaktion war, daß die Dokumente gestohlen seien und es daher illegal sei, sie zu publizieren. Darauf gründet ein wesentlicher Teil der juristischen Drohungen des Lobby-Unternehmens gegen Meinungsäußerungen über den Heartland-Skandal. Die zweite Reaktion war, daß die Dokumente oder Teile davon gefälscht seien. Daher droht das Heartland Institute nicht nur mit Klagen wegen des Verbreitens vertraulicher Interna und des Diebstahls von Dokumenten, sondern auch gleichzeitig wegen angeblicher Verleumdung, was sich natürlich widerspricht. Die dritte Reaktion ist, die Signifikanz der Dokumente herunterzuspielen, indem behauptet wird, daß nichts von dem, was dort zu finden ist, in irgendeiner Form illegal oder unmoralisch sei, sondern das normale Geschäft eines Think Tanks sei, der abweichende Ansichten zu politisch-ökonomisch-wissenschaftlichen Themen untersuchen und publizieren lasse. Die vierte Verteidigungsliste besteht aus einer Reihe von Ablenkungsmanövern. Variante a: Greenpeace hat einen viel größeren Etat als wir. Variante b: Wissenschaftler werden auch für ihre Forschung von Geldgebern finanziert (und bezahlen ihre Arbeit nicht aus ihrem Privatvermögen). Variante c) Peter Gleick hat getrickst, um unsere Dokumente zu bekommen, die im übrigen nicht unsere Dokumente sind, sondern von ihm gefälscht, was beweist, daß wir Opfer sind und viele Wissenschaftler auf der Seite des IPCC unmoralische Fanatiker mit Neigung zu ökologistischem Terror sind (das ist zwar frei formuliert, aber kaum übertrieben). Auf Ablenkungsmanöver muß man nicht eingehen, sie sind auch nicht wirklich neu, wurden allerdings in Leugnerblogs ausgiebig diskutiert. Was die anderen Reaktionen des Heartland Institute angeht, sind sie unplausibel und in sich widersprüchlich, und daher liegt der Verdacht nahe, daß das Heartland Institute hier, genauso wie in vielen anderen Verlautbarungen, nicht die Wahrheit sagt.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Demonstrierte Inkompetenz

Im Wall Street Journal hatten im Januar 16 Wissenschaftler mit meist geringem Bezug zur Klimaforschung und bekannte Anhänger des Leugnens von Teilen der anerkannten Wissenschaft zum Klimawandel einen offenen Brief veröffentlichen lassen, in dem sie bekannte und widerlegte Leugnerthesen wiederholten. Diesmal wurde dem sehr rasch von Experten aus der Klimaforschung widersprochen. Die Gruppe hat nun eine Antwort geschrieben, die erneut an der Kompetenz der Pseudoexperten zweifeln läßt. Schon ein einziges Beispiel genügt.

Schach

Im Schachspiel geht man gelegentlich kalkulierte Opfer ein. Man verliert eine wichtige Figur, um die gegnerischen Reihen zu öffnen und kann dann vielleicht, trotz Figurenunterlegenheit, das Schachmatt der Gegenseite erzwingen. In der Auseinandersetzung mit wissenschaftsfeindlichen Lobbygruppen denkt man ungern in solchen taktischen Begriffen. So etwas paßt zu Politikern, vielleicht auch zu Journalisten. Aber sollten sich nicht Wissenschaftler von so etwas fernhalten? Peter Gleick ist inzwischen vom National Center for Science Education zurückgetreten, eines von vielen Opfern, die mit der Bloßstellung des Heartland Institute verbunden sind.

Dienstag, 21. Februar 2012

Geständnis

Der Mann, der die Heartland-Dokumente durch einen Trick erhalten und dann verbreitet hatte, meldete sich. Mit einem reuevollen Geständnis. Beim Heartland-Institute triumphiert man. In den Leugnerblogs wird die Nachricht mit Freude verbreitet. Ein Mißverständnis, denn die Serie von Peinlichkeiten beim Heartland Institute ist damit noch länger geworden. Denn dies ist ein neues Zeugnis, daß die Darstellung des Heartland Institute über den Vorfall nicht glaubwürdig ist.


Montag, 20. Februar 2012

Klageorgie der Leugner

Das Heartland Institute droht offensichtlich systematisch allen Bloggern mit juristischen Schritten. Ich hatte bereits auf Greg Ladens Blog hingewiesen, der als erster über einen Schreiben der Juristin des Leugner-Unternehmens berichtete. Doch nicht nur für das Bloggen über die skandalösen Vorgänge bei dem Lobby-Unternehmen gibt es Klagedrohungen. Auch in anderer Hinsicht ist das Unternehmen klagefreudig, wie zum Beispiel der Blog Rabett Run kommentiert. Eine Ergänzung zum gestrigen Blogbeitrag.


Sonntag, 19. Februar 2012

Erster Blogger meldet juristische Schritte des Heartland Institute

Das Heartland Institute hat, nachdem für sie belastende Dokumente an die Öffentlichkeit gekommen sind, in dreierlei Weise reagiert. Zum einen hat sie behauptet, daß die belastenden Dokumente teilweise oder ganz gefälscht seien. Zum zweiten haben sie massiv mit juristischen Schritten gedroht gegen alle, die die Dokumente öffentlich zugänglich machen oder sie kommentieren. Zum dritten hat man in den letzten Tagen sehen können, wie alle Blogs im Leugnernetzwerk in heftige Aktivität fielen, um zu argumentieren, wie gemein es sei, Dokumente gegen den Willen der Betroffenen zu verbreiten, daß die Dokumente außerdem gefälscht seien, daß sie außerdem überhaupt nichts Neues und daher auch nichts Schlimmes enthielten und daß schließlich Greenpeace viel mehr Geld erhielte als das Heartland Institute, was anscheinend irgend etwas beweist, ich habe leider nicht kapiert, was. Und jetzt schlägt das Imperium zurück - der erste Bloger erhielt Post.

Freitag, 17. Februar 2012

Heartlandgate und keine deutschen Medien

Der Skandal um die Täuschung von Öffentlichkeit und Behörden durch amerikanische Lobby-Unternehmen, die die Aufgabe haben, den menschenverursachten Klimawandel zu leugnen zieht in den britischen und amerikanischen Medien Kreise. Die Aufmerksamkeit für diesen echten Skandal ist wesentlich geringer als für den vorgetäuschten Skandal bei der Climate Research Unit und beim IPCC, aber zumindest sind die Beteiligten hier Teilen der Öffentlichkeit bekannt. Doch versucht man via google oder google news zu erfahren, wie die deutschen Medien darüber berichtet, erhält man keine Ergebnisse. Die Berichterstattung ist, wie schon beim angeblichen Climategate, nicht geeignet, die Öffentlichkeit in Deutschland angemessen zu informieren.